On the road again!

Samstag, 14.12.2013

Jetzt ist schonwieder ein Monat ins Land gezogen und ich habe auch wieder so einiges zu berichten

 

Grand Canyon

Schon bevor die Reise los ging gab es den ersten Aufreger, denn eine Stunde bevor wir aufbrechen wollten hat einer aus unserer Gruppe abgesagt. So etwas weiß man natürlich auch nicht vorher. Dafür haben wir dann Hendrik, der am Morgen seinen Zug nach Albuquerque verpasst hatte eingepackt und ihn bis nach Flagstaff mitgenommen. So hatten wir zumindest das Auto auf der Hinfahrt voll. Damit wir genügend Zeit am Grand Canyon haben und wir eine lange Fahrt vor uns hatten, sind wir über Nacht gefahren. Das die Fahrt lang wird haben wir dann spätestens gemerkt, als das Navi uns die Anweisung gab 380 Meilen geradeaus zu fahren (ich hab mal gehört das ein Mensch einschläft wenn er sich 15 min nicht bewegt...dies wäre hiermit wiederlegt). Nach so einigen Energie Drinks und lauter “don’t fall asleep” Musik, sind wir dann in Flagstaff angekommen, haben in einem Diner gefrühstückt, im Walmart Proviant geholt und Hendrik an einer Raststätte ausgesetzt. Was in Arizona im Vergleich zu Kalifornien sofort auffällt ist, dass die Bedienung auffällig freundlich ist und man im Walmart Waffen shoppen kann. Nach insgesamt 12 Stunden Fahrt inklusive Pausen sind wir auf dem Campingplatz angekommen und haben unser Zelt aufgeschlagen. Nach getaner Arbeit sind wir  zum Canyon gegangen und wurden regelrecht erschlagen vom Anblick dieses gigantischen Grabens. Dieses atemraubende Panorama haben wir dann noch bei einem Spaziergang am Rand bis zum Sonnenuntergang genossen. Sobald die Sonne untergegangen war wurde es auch schon mächtig kalt. Das Lagerfeuer an dem wir die Würstchen für unsere Hotdogs brutzelten war deshalb auch bitter nötig um uns warm zuhalten. Zum Glück hatten wir uns alle noch gute Schlafsäcke im Recreation Center ausgeliehen, denn in der Nacht ist die Temperatur bis in den Minusbereich gefallen.

Die nächsten Tage haben wir mit Tageswanderungen in den Canyon verbracht. Und anders als bei den Wanderungen die man sonst so gewohnt ist, kommt der anstrengende Teil, der bergauf Part, zum Schluss.... darauf muss man sich auch erst einmal einstellen :p

Die Rückfahrt bei Sonnenlicht war wesentlich angenehmer als die Hinfahrt, wobei wir bei der Landschaft nicht viel verpasst haben... trocken bergiges Gelände soweit das Auge reicht.

 

Viva las Vegas

Der nächste Road Trip sollte uns nach fabulous Las Vegas führen. Einer Stadt voller Laster und Sünden, die bekanntlich in einer Wüste liegt. Daher sind wir von aridem Klima ausgegangen.... Pustekuchen! Auf dem Hinweg lag neben den Straßen Schnee und von Sonne war die nächsten Tage auch nichts zusehen, dafür hatten wir Nieselregen zwar nicht starken dafür aber erstaunlich konstant.

In der ersten Nacht haben wir nicht lange gefackelt und haben’s ordentlich krachen lassen, denn hier gibt es anders als in LB keine Sperrstunde und das will ausgenutzt werden. Eine sehr verrückte Nacht, aber „what happens in Vegas stays in Vegas“, für einige aus unserer Gruppe, dank Gedächtnisverlust, kein Problem ;). Unsere körperliche Verfassung am nächsten Morgen war dementsprechend schlecht, aber wir hatten tastbaren Puls. Am Nachmittag sind wir  zum Hoover Damm gefahren. Ein riesiger Damm der Las Vegas mit Strom speist. Nach anschließender Strip Besichtigung mit den größten Hotels und Casinos sind wir  im Riviera bei Black Jack, Roulette und free Drinks versackt. Als nach und nach jeder sein Geld verzockt hatte sind wir schließlich mit leeren Taschen, aber glücklich, in unser Hotel zurück gekehrt. Um 10 Uhr morgens war dann check out und um halb 12 waren wir auch soweit und konnten nun bei strahlendem Sonnenschein, ja jetzt schien die Sonne, wieder nach Hause fahren.

 

Yosemite National Park

Zwei Tage nach Las Vegas hieß es für uns, dank Thanksgiving, wieder zurück auf die Straße und in den Yosemite National Park. Diesmal haben wir insgesamt 10 Leute mobilisieren können uns sind mit 2 Autos gestartet. Den ersten Tag sind auf dem Pacific Coast Highway 1 nach Montery gefahren. Die Zeit sollte man sich für diesen Weg auch nehmen, denn entlang des Highways gibt es von Seeelefanten bis Wasserfall  allerhand zusehen. Als wir dann nach Einbruch der Dunkelheit Montery erreichten, etwas gegessen und uns die Stadt angesehen hatten (schöne Innenstadt mit gemütlichem Kleinstadtflair, viel schöner als Long Beach), haben wir noch zusammen die Bar-Landschaft erkundet. Der nächste Morgen wurde von uns früh angegangen, damit wir vor Sonnenuntergang auch noch etwas vom Park sehen konnten. Nach einer Stunde Fahrt ist dann dem Fahrer des zweiten Autos aufgefallen, dass er sein Portemonnaie vergessen hatte und unsere Truppe hat sich getrennt. Wir haben noch etwas Proviant besorgt und durften beobachten, wie sich die Läden auf den Black Friday vorbereiten. Mmit den ganzen Absperrzäunen usw. die aufgebaut wurden, muss es dabei ziemlich zur Sache gehen. Aber letztendlich  sind wir rechtzeitig im Park angekommen und haben auch gleich einen Bären gesehen. Fasziniert von diesem Tier haben wir auch souverän nach Touristen Manier mitten auf der Straße gehalten und einen Stau ausgelöst. Aber hey, wir dürfen das. Nachdem wir uns über diverse Day Walks informiert und eine kleinen Walk zu einem Wasserfall gemacht hatten haben wir uns wieder mit den anderen im Hotel außerhalb des Parks  getroffen. Da  Thanksgiving war haben wir auch keine Kosten gescheut und uns an einem Thanksgiving Buffet in einem Restaurant neben unserem Hotel gelabt. Ich konnte mich danach nur noch kugelnd fortbewegen. Nach einem üppigem Frühstück welches wir mit Proviant gefüllten Taschen verließen, haben wir einen Day Walk zum Gacier Point gemacht. Dabei haben wir über 1000 Höhen Meter zurückgelegt und wie der Name schon vermuten lässt hat uns auf de Gipfel sogar ein wenig Schnee und Eis erwartet. Der Rückweg sollte dank eines Mitglieds unserer international besetzten Gruppe (Schweden, Finnland, Frankreich, Australien, Spanien und Deutschland) zu einem echten Erlebnis werden. Man hat ihn eigentlich nur neben den Wegen gesehen und es grenzt an ein Wunder, dass er, und vor allem andere Wanderer, unverletzt blieben. Sobald man Steine den Berg runterrollen sah oder das Gebüsch neben einem raschelte war höchste Vorsicht geboten. Also wirklich, wenn der normale Franzose an der Schwelle zum Wahnsinn steht (nicht unbedingt negativ gemeint), grinst dieser Pariser schon von der anderen Seite zurück. Nachdem wir dann noch 40 min nach Sonnenuntergang auf ihn warten durften, weil er mit Musik im Ohr wieder im Unterholz verschwunden war, konnten wir uns endlich wieder zum Hotel aufmachen. Völlig geschafft vom Tag haben wir den Abend im Jacuzzi des Hotels ausklingen lassen, denn am nächsten Morgen stand die nächste Wanderung an. Da wir ja nun schon wussten, dass unser Enfant terrible seine eigenen Wege geht, haben wir ihm gezeigt wo wir hinwandern wollten und wo wir uns später wieder treffen. Ab und an ist er dann wieder zu unserer Gruppe dazu gestoßen, um dann auch gleich wieder zu verschwinden. Nach dem Walk sind wir zum Süd Ausgang des Parks gefahren und haben uns auf einem Short Walk die riesen Sequoias angesehen und uns danach wieder in Richtung Long Beach aufgemacht.

Nach diesem Trip muss ich wirklich sagen, dass ich den nördlicheren Teil von Kalifornien, auch wenn ich ihn jetzt nur für 4 Tage erleben konnte, wesentlich lieber mag als die Los Angeles Region. Ich freu mich schon auf San Francisco :).

¡Arriba Mexico!

Freitag, 15.11.2013

¡Arriba Mexico!

Es war wieder Zeit für einen Road Trip und wie man dem Titel unschwer entnehmen kann sollte uns dieser nach Mexiko führen. Doch bevor wir nach Mexiko aufbrechen konnten, mussten wir uns erst einmal von unserer Austauscht-Organisatorin eine Unterschrift abholen, damit wir auch wieder in die USA einreisen dürfen. Eine Angelegenheit die in 5 min abgehandelt werden könnte.... ja richtig: Konjunktiv. Statt dessen haben wir eine 1,5 stündige Standpauke bekommen, dass Mexiko gefährlich sei, dass wir ja nicht nach Tijuana gehen sollen und dass wir dort wahrscheinlich eh sterben werden. Ich hatte natürlich nur meinen Reisepass dabei,jedoch nicht meinen Exchange- Zettel, das hieß, dass ich am nächsten Tag nochmal hin durfte und das Ganze nochmal zu hören bekam. Jorja hat sich anscheinend auch Sorgen gemacht und wollte uns, in dem sie einen Tag vor Abreise ihre Motor Check Leuchte aufleuchten lies, ihren Unmut kundtun. Aber nicht mit uns.;)

Natürlich haben wir uns vorab informiert, wo wir sicher hingehen können (hier haben wir ja genügend Mexikaner die wir fragen können) und zwei spanische Muttersprachler hatten wir ja auch noch dabei. Zum Glück!!

Also sind wir am Freitag nach Mexiko aufgebrochen. Kaum als wir auf der Straße waren und auch Jorja gemerkt hat, dass wir jetzt wirklich nach Mexiko fahren, hat sie ihren Widerstand aufgegeben und ihre Motor Check Leute wieder ausgemacht, was uns doch ein etwas sichereres Gefühl gegeben hat.

Als wir dann nach 2 Stunden und diversen Pinkelpausen die Grenze nach Mexiko, genauer nach Tijuana,  überquerten, war es wirklich, als wenn man eine andere Welt betritt. Von nun auf gleich war man von Armut und Gestank umgeben und wir waren heilfroh, dass wir ziemlich schnell aus Tijuana raus waren. Aber so schockierend dieser erste Eindruck auch war, so groß war auch die Freude über das metrische System... endlich wieder Geschwindigkeiten und Entfernungen in km/h und km.

Unser erstes Ziel war ein kleiner Fischerort namens Puerto Nuevo, wo wir Lobster essen wollten. Doch das war gar nicht so einfach, denn anscheinend war die Touristen Saison schon vorbei, was bedeutete, dass sich ein ganzes Dorf voller Händler, das sich normalerweise auf zig Touristen stürzen, sich nun auf uns 5 arme Studenten konzentrieren konnten. Und da war es wie so viele andere Male Gold wert ,dass wir Spanier dabei hatten, die die Rudel-Bildung um uns herum im Zaum hielten. Wobei ich sagen muss, dass sich meinem „no Gracias“ sehr verbessert hat.  

Letztendlich haben wir dann aber ein Restaurant gefunden und Lobster satt auf einer Terrasse direkt an einer Klippe am Meer gegessen.

Nach einem Nachtspaziergang, einigen Drinks und einem Snack in einem mexikanischen Straßenrestaurant (oh mein Gott war das scharf) haben wir uns dann auch für die Nacht in unser Motel in Rosarito zurückgezogen.

Am nächsten Morgen, nachdem ich erfreut festgestellt hab, dass ich wieder einen Geschmackssinn habe, haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir noch eine Nacht länger in Mexiko bleiben wollen und sind weiter in Richtung Süden nach Ensenada gefahren. Auf dem Weg haben wir zufällig am Strand einen Caravan-Campingplatz gefunden, der dann auch gleich für den Abend gebucht wurde. Bevor wir in Ensenada angekommen sind haben wir noch einen Stopp am El Mirador gemacht und die Aussicht genossen. Ensenada selbst war dann aber wieder sehr touristisch, also haben wir nur ein paar Fisch-Tacos gegessen und sind dann zu unserem wunderschönen Campingplatz gefahren. Dort haben wir dann noch im Pazifik gebadet und das obligatorische Lagerfeuer gemacht. Als dann der letzte Holzscheit seinen Beitrag zum Abend Ambiente geleistet hat wollten wir schlafen gehen. Aber als wir unseren Caravan betraten war daran nicht mehr zu denken, denn es roch wie auf einem Bahnhofs Klo. Verzweifelt versuchten wir unsere Matratze in den zweiten Caravan zu bugsieren. Aber es passte nicht, egal wie wir die Matratze auch drehten und wendeten in diesem nächtlichem Tetris Spiel. Also beschlossen wir, wir geben uns selbst ein Upgrade und ziehen in einen größeren Caravan mit Wintergarten um, denn der war nicht abgeschlossen ;)

Nach einer erholsamen Nacht stand uns der Weg nach Hause bevor.. und der Grenzübergang. Und natürlich mussten wir auffallen. In diesem Wirrwarr von verschiedenen Übergängen sind wir zunächst beim Express Übergang für alle möglichen wichtigen Leute gelandet. Wir gehörten leider nicht dazu und mussten wieder zurück fahren. Dann sind wir in der Sentri-Lane gelandet. Nur wusste keiner von uns was Sentri bedeutet, war dann aber auch egal, weil selbst wenn wir gewollt hätten, wären wir nicht mehr aus der Schlange herausgekommen. Der Grenzwärter hat uns dann einen Einlauf gegeben und uns zur Strafe in die Zollkontrolle geschickt. Dort wurde Jorja dann ordentlich durchgecheckt. Den Tequila aus Mexiko durften wir behalten, aber die Äpfel wurden uns genommen. Aber alles in Allem haben wir mit diesem Umweg trotzdem ca. eine Stunde an der Grenze gespart. J

Aussicht von El Mirador Sonnenuntergang auf dem Campingplatz Unsere Aussicht im Restaurant in Puerto Nuevo  Unser Upgrade Festmahl The five of us at El Mrador 

Halloween und die Zeit davor

Oh ja Halloween ist vorbei und hier in den Staaten ist das echt etwas anderes als bei uns in Deutschland. Schon Wochen vorher werden nur noch Housepartys geschmissen auf denen man sich verkleiden muss. Die Häuser werden „geschmückt“,  in Springbrunnen wird rote Lebensmittel Farbe gegossen und in den Kostümläden herrscht Hochkonjunktur. Der ganze  Halloween Hype gipfelt dann am 31.Oktober, an dem die Leute den ganzen Tag, sei es bei der Arbeit oder der Uni, verkleidet herumlaufen. So wurde ich an dem Tag von Aladin im Bus in die Uni geflogen. In der Uni hab ich Waldo mehr als einmal gefunden und meine Vorlesungen  hatte ich mit einem Großteil der Avengers.

Aus den unzähligen Haunted Mazes die Anfang Oktober aus dem Boden schießen haben wir uns für die Universal Studios entschieden. Dort sind wir auch voll auf unsere Kosten gekommen. Das alles zu beschreiben würde der Stimmung, die dort kreiert wird, nicht gerecht werden, also lass ich’s lieber gleich. Es soll aber gesagt sein, dass ich das eine oder andere Mal übel erwischt wurde. 

Eingang zu den Universal Studios

Die Hälfte ist schon um!!!

Samstag, 26.10.2013

So nun ist es endlich so weit ich habe es geschafft einen kleinen Blog zu schreiben. Eigentlich wollte ich den schon viel früher geschrieben haben aber irgendwie ist immer etwas dazwischen gekommen. Naja los geht’s:

 

Aller Anfang ist schwer

Mein erster Monat hier stand ganz im Zeichen der Erkundung von Long Beach meinem Zuhause für das nächste halbe Jahr. Dementsprechend habe ich mir auch gleich ein Rad gekauft..., das wie ich herausfinden sollte, Charakter besitzt. So hatte ich in den ersten 2 Wochen gleich 4 mal das zweifelhafte Vergnügen meine Reifen flicken zu dürfen. Und natürlich hat mein Rad sich auch immer den Punkt meiner Erkundungstour ausgesucht, der am weitesten von meine Apartment entfernt war. Aber hey, am besten lernt man die Gegend doch immer noch zu Fuß kennen.

Viele andere Studenten habe ich in den ersten Wochen leider nicht kennen gelernt, weil die meisten Internationals erst eine Woche vor Semesterstart eingetrudelt sind und die ganzen amerikanischen Studenten sehr viel arbeiten, so wie auch meine beiden Mitbewohnerinnen. An der Stelle muss ich auch nochmal sagen, dass wir Deutschen, obwohl wir uns immer über irgendetwas beschweren müssen, es wirklich gut haben. Hier müssen die meisten Studenten, nur um die Möglichkeit studieren zu können, mindestens einen Kredit aufnehmen und nebenbei noch arbeiten.

Nachdem ich dann den Strand von Long Beach auch zur Genüge ausgenutzt und meinen Hintern des Öfteren wund geradelt hatte, kam dann, eine Woche vor Semesterbeginn, mein Zimmermitbewohner hier in Long Beach an. Natürlich ist es ein Deutscher... natürlich ist er aus Hamburg... und natürlich von der selben Uni. Aber wie das so ist, muss man erst um die halbe Welt jetten, damit sich zwei Hamburger treffen.

  Skyline of Long Beach Strand von Long Beach

Jorja

Einen eigenen Abschnitt bekommt unser Auto, nachdem wir so lange gesucht haben. Denn es sollte nicht nur günstig sei, sondern auch fahren ;) und diese Kombination war schwer zu finden. Nachdem Hendrik also angekommen war und mir das Radeln zum Halse raus hing, musste ein Auto her. Wir haben uns diverse Autos bei Craigslist angesehen und auch einige gefunden, die wir uns ansehen wollten, aber von 20 Anfragen kam nur eine Hand voll Antworten zurück. Das hat aber auch gereicht, da sie alle sehr weit auseinanderlagen und wir sie uns mit dem Rad ansehen mussten (schon wieder das Rad). Natürlich findet man für wenig Geld kein Auto was perfekt in Schuss ist, aber nachdem wir die Autos ohne Profil auf den Reifen, mit Öl-Lecks und leuchtender Motorcheckleuchte aussortiert hatten, blieb eigentlich nur noch ein Auto über. Das sollte es dann auch werden, Ein Dogge Stratus Baujahr 1999. Über kleiner Mängel wie eine Beule im Kofferraum, die es anscheinend unmöglich machte die Klappe zu öffnen, haben wir da mal großzügig hinweg gesehen, den Preis noch runtergehandelt und das Auto dann gekauft. Als wir dem Verkäufer dann ausgezahlt hatten, hat er uns sogar noch 40 Dollar Spritgeld gegeben, was und ein wenig stutzig machte... und Jorja (so haben wir unsere temperamentvolle neue Weggefährtin genannt) hatte auch noch ein paar Überraschungen für uns auf Lager. Mit unserem neuen fahrbaren Untersatz sind wir dann auch gleich Tanken gefahren und da wollte sie auf mal auch nicht mehr anspringen. Da ging uns der Hosenboden aber mächtig auf Grundeis und ich sah schon die Schlagzeile bei Bild „Verfahrene Situation für Hamburger Studenten“ als wir dann aber die Air Condition ausmachten und sie nochmal starten wollten, sprang sie dann großzügiger Weise doch noch an. Nachdem wir Jorja ihr neues Nachtlager gezeigt haben, wollte sie anscheinend mit offenem Fenster schlafen, denn ihr rechtes Seitenfenster fuhr nicht mehr hoch, was sie sich nach leichten Hieben meinerseits dann doch noch anders überlegte. Die Zentralverriegelung hat dann aber funktioniert und ich hab nochmal eben einmal geschaut ob der Kofferraum auch zu ist... „ha, der geht ja eh nicht auf!“ denk ich mir und hau mir die Klappe fast an den Kopf, als sie dann doch aufging. Erfreut, dass wir tatsächlich ein Mangel von der Liste streichen konnten, stellten wir fest, dass die Klappe nun nicht mehr zu ging. Es hat ungefähr 2 Wochen gedauert bis wir es fertig gebracht haben eine funktionierende Hängklemmquetsch-Vorrichtung zu bauen, die den Kofferraum zuverlässig schloss. In der Zeit ist es des Öfteren mal passiert, dass wir mit offenem Kofferraum mit den Surfbrettern drin zum Strand gedüst sind. Aber bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit ihr, was hoffentlich auch so bleibt.

 

 

Mein erster Tag (und die Zeit danach an der Uni)

Ja nun war es endlich so weit, dass die Uni losgehen konnte. Natürlich hat es das International Office nicht hinbekommen mir Kurse zu vermitteln (ein halbes Jahr ist dafür auch sehr knapp kalkuliert). Das durfte ich dann in den ersten zwei Wochen an der Uni machen, was bedeutete, dass ich zu so ziemlich jedem Kurs, der auch nur entfernt interessant für mich war, hingehen musste, um die Chance auf einen Platz zu bekommen. Aber anscheinend war ich nicht der einzige der das Problem hatte, denn im Schnitt haben 3 mal so viele Studenten versucht einen Platz zubekommen wie noch freie Plätze da waren...

Aber nach den zwei Wochen Ausnahmezustand, mit einigen 12 Stunden Tagen, hab ich es hinbekommen meine Kurse zusammen zu bekommen. Ich belege hier Immunology, Materials Purification Processes, Fundamentals of physical Chemistry und Environmental Pollution.

Das Lernen hier ist verglichen mit dem deutschem System wesentlich aufwendiger, wenngleich nicht schwerer. So ist man eigentlich permanent dabei irgendwelche Hausaufgaben zu machen oder für Midterms zu lernen, was manchmal an Beschäftigungstherapie grenzt.

Der Campus an sich ist riesig und erinnert an eine kleine Stadt, voller Studenten und unglaublich vielen Fastfood Läden. Also wirklich, es ist schwer, wenn man sich nicht selbst etwas mitnimmt, sich auf dem Campus gut und günstig zu ernähren. Da ist Subway noch die beste Wahl. Aber ich habe die Hoffnung, dass ich nicht mit Zusatzgepäck wieder nach Hause komme, denn Sport wird hier ziemlich groß geschrieben. Das Recreation Center ist einfach unglaublich. Mit sehr vielen Fitnessgeräten, 3 Basketballplätzen, Kletterwand, Squash, Volleyball, Tennisplätzen und viel viel mehr... aber eigentlich geh ich da nur hin damit ich nach dem Sport im Jacuzzi entspannen kann Zwinkernd

Aber neben diesen Annehmlichkeiten sind auf dem Unigelände  auch ständig irgendwelche Veranstaltungen, zu denen wir Internationls immer wieder mit FREE FOOD angelockt werden. Zum Beispiel haben sich an einem Tag alle Verbindungen und Gruppen vorgestellt und es ist wirklich wie in den Filmen.

Also wenn man will kann man eigentlich immer etwas in der Uni machen, sei es im Kino sich einen Film ansehen, Sport machen, Billard, Bowling oder sonst etwas spielen.

 

 

Was los hier??

Ja natürlich gibt es auch noch ein Leben neben der Uni. Hier in der Gegend kann man so Einiges machen. Ganz oben auf der Liste meiner Must-Do’s war natürlich der Walk of Fame mit anschließendem Gang über den Rodeo Drive. Was, wie ich finde, aber ziemlich enttäuschend war, denn so interessant wie der Walk of Fame oft dargestellt wird ist er nicht. Und das Schlimmste ist, man wird an allen Ecken und Enden von irgendwelchen Leuten angesprochen, um deren neue unglaublich tolle LP zukaufen, eine Hollywood Tour oder mit Spiderman ein Foto, für das man dann natürlich bezahlen soll, zu machen. Letzteres darf ich mir auf die Fahne schreiben. Was mich dafür voll überzeugt hat war Venice Beach/muscle Beach. Ein sehr verrückter, alternativer Hippie Strand, wo es Ärzte gibt, die damit werben, dass sie einem ein Zertifikat ausstellen um legal Marihuana konsumieren zu dürfen (das soll nur unterstreichen was für eine Schwingung am Strand herrscht, nicht das ich das wahrgenommen hab Zunge raus).

Aber auch sonst gibt es ständig irgendwelche kleinen Straßenfeste, öffentliche Kinovorstellungen und Ausstellungen. Was die Bar Szene hier betrifft bin ich vielleicht von Hamburg etwas verwöhnt, aber Clubs, in denen man wirklich Tanzen kann, gibt es hier in Long Beach nicht. Im Allgemeinen sind das hier Bars die sich um 9 Uhr in etwas Club ähnliches verwandeln. Und mit dem Spruch, als wir um halb 1 in eine Bar rein wollten, „Wir lassen keine Leute mehr rein, weil um 2 Sperrstunde ist“ hab ich auch nicht so wirklich gerechnet. So ist man eigentlich dazu gezwungen House Partys zu veranstalten, bzw. auf welche zu gehen. Die werden dann aber auch regelmäßig von der Polizei beendet, sodass man hier, wenn man wirklich feiern gehen und die Nacht zum Tag machen will, aufgeschmissen ist. Das einzig Positive ist, dass man am nächsten Morgen eigentlich immer fit ist.

Bonfire am Strand Hinter dem Nebel/Smog ist es zu erahnen.. Das Hollywood-Sign Redbull Flugtag-Day in Long Beach

Road Trips

 

Joshua Tree Nationalpark 

Wenn wir dann mal nicht in einer Bar sind oder auf dem Campus rumlungern sind am Wochenende Road Trips angesagt. Wir habe hier eine echt solide Truppe zusammen, sodass wir immer unser Auto voll bekommen.

Der erste Trip den wir gemacht haben ging in die Wüste. In den Joshua Tree Nationalpark. Angesichts anhaltender Hitzewelle vielleicht nicht die beste Idee, aber es hat sich gelohnt, denn es gibt nichts Besseres als mit super Leuten abends ums Lagerfeuer zu sitzen und sich vom Zucken und Knistern der Flammen hypnotisieren zu lassen. Ein paar Bier haben wir auch getrunken... in der Wüste ist die Wahrscheinlichkeit kontrolliert zu werden ziemlich gering. Und die außerordentlich unbequeme Anfahrt in der ich mit der Gitarre auf dem Beifahrersitz eine Symbiose eingegangen bin, hat sich dann beim Lieder spielen voll wieder ausgezahlt.

  Oase in der Wüste Lagerfeuer Sternenhimmel in der Wüste  Bergbesteigung.... ...und die Aussicht auf den Sonnenuntergang in der Wüste

 

Malibu

Unser zweiter Campingtrip war zugleich ein Surf Trip. Wir sind einfach am Freitag  auf gut Glück losgefahren und haben einen Campingplatz in Malibu gesucht. Nur doof, dass alle voll waren und man diese mindestens 2 Wochen im Voraus hätte buchen müssen. Also war Wild-Camping angesagt. Davon wurden wir allerdings abgeschreckt, weil der einzige Ort um ein Zelt aufzuschlagen quasi direkt neben einer Ranger Station lag. Das war aber nicht das, was uns zwingendermaßen davon abgehalten hat... es war eher der merkwürdige Typ der laut mit seinem Auto Death metal gehört hat, mit einem Komposite Bogen durch die Gegend gelaufen ist und uns Gras und Painkiller verkaufen wollte.  Wir sind dann doch einfach wieder auf einen Campingplatz gefahren und haben uns neue Freunde gesucht bei denen wir dann mit auf dem Stellplatz campen durften. So haben wir nicht nur nette Leute kennen gelernt, sondern auch noch Geld gespart ;) Die Tage über waren wir dann an den verschiedensten Stränden von Malibu surfen. 

Ich beim Surfen Sonnenuntergang in Malibu